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Andreas Grützner kehrt zurück: SpVg. Brakel hat einen neuen Trainer - SV Brenkhausen sucht Drucken E-Mail
Samstag, 12 Dezember 2009
Von Jürgen Drüke
Andreas Grützner
Andreas Grützner
Brakel (WB). Gesprächsrunden und Diskussionen. Die hat es in den vergangenen vier Tagen in zwei Vereinen gegeben: Das Ergebnis stand gestern Nachmittag, kurz nach 17 Uhr, endgültig fest: Andreas Grützner wird neuer Trainer des Fußball-Landesligisten SpVg. Brakel.
Am 1. Februar 2010 wird der 41-Jährige seine Arbeit aufnehmen und damit den Bezirksligisten SV Brenkhausen/Bosseborn zum Jahresende verlassen.
»Wir hätten auch noch bis zur nächsten Saison auf Andreas Grützner gewartet«, sagte Helmut-Jörg Briel gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. Nach einigen Tagen Bedenkzeit hat sich der Wunschkandidat für die Rückkehr zu seinem Heimatverein entschieden - die sollte aus seiner Sicht erst im Sommer erfolgen. »Bei der SpVg. Brakel habe ich lange im Tor gestanden. Ich kenne mich im Verein nach wie vor gut aus. Der Kontakt war immer gut«, stellte der mit seiner Familie in Brakel wohnende Grützner heraus.

Für den Ex-Oberliga-Torwart gab es nach seiner Entscheidung für die Rot-Schwarzen zwei zusätzliche Optionen: Die Saison beim SV Brenkhausen/Bosseborn abschließen, oder sofort beim Landesligisten einsteigen. Letztlich gaben die Gespräche mit dem SV Brenkhausen/Bosseborn den Ausschlag: »Andreas hätte die Spielzeit gern bei uns beendet, doch wir müssen nun sofort den Schnitt machen. Das geht nur mit einem neuen Übungsleiter«, führte Oliver Tappe, Fußballobmann des Vereins, aus.
Der SV Brenkhausen/Bosseborn ist mit drei Punkten aus 15 Spielen abgeschlagenes Schlusslicht der Bezirksliga. An der Schelpe werden sie zwangsläufig zweigleisig planen müssen. Bezirks- oder A-Liga? Das ist für die Spielzeit 2010/11 die Frage.
»Es ist sinnig, dass der neue Trainer bereits jetzt seine Vorstellungen einbringt. Das gilt für die Brakeler und auch für unsere Seite«, sagte Hermann Mönnekes, zweiter Vorsitzender des SV Brenkhausen/Bosseborn. »Der Neue kann bei uns in dieser Saison nur noch gewinnen«, betonte Oliver Tappe angesichts eines Rückstands von zwölf Punkten auf das rettende Ufer.

»Wir haben ganze drei Zähler aus 15 Spielen, vom Potenzial her müssten es wesentlich mehr sein. Jeder Akteur muss sich hinterfragen, ob er alles gegeben hat«, sagte Jörg Schäfer, Führungsspieler beim Verein von der Schelpe. »Wir haben unsere Möglichkeiten leider nicht in die Waagschale geworfen«, bedauerte Schäfer und attestierte dem scheidenden Coach: »Andreas Grützner hat uns in sieben Jahren voran gebracht.«

Bei der SpVg. Brakel können sie hingegen der Rückrunde in der Landesliga gelassen entgegensehen. Mit 23 Punkten aus 16 Spielen belegt das Team Platz sieben. Trainer Erich Kling musste bekanntlich wegen Kniebeschwerden aufhören.
Mit Talenten aus dem eigenen Verein und der näheren Umgebung wollen die Brakeler in den kommenden Jahren die Nummer eins im Fußballkreis Höxter bleiben.

Andreas Grützner weiß um die Probleme in seinem neuen Verein. Die große Fußballabteilung verschlingt viel Geld. Wirtschaftlich ist der Traditionsverein nicht auf Rosen gebettet.
Beim SV Brenkhausen/Bosseborn haben sich Andreas Grützner, die Spieler der ersten Mannschaft und der Vorstand gestern Abend zusammengesetzt. Bei einem Grillabend ließen sie eine schöne und erfolgreiche Zeit Revue passieren. »Andreas hat mit seiner aufgeschlossenen Art und seinen modernen Trainingsmethoden nicht nur Bewunderer, sondern Freunde gewonnen«, stellte zweiter Vorsitzender Hermann Mönnekes heraus. Beim SVB/B suchen sie nun einen Nachfolger.

Zur Sache

Zünglein an der Waage

Sie gehen als Freunde auseinander. Beim SV Brenkhausen/Bosseborn halten sie auch nach der Trennung große Stücke auf Andreas Grützner. Sieben gemeinsame Jahre haben ihre Spuren hinterlassen.
Abgestiegen und wieder aufgestiegen. Tiefen und Höhen haben sie gemeinsam durchschritten. Das langfristige Konzept und nicht kurzfristige Erfolgsgedanken sowie die Ligazugehörigkeit waren das Ziel.
Nun drücken sie ihrem scheidenden Coach beim SVB/B für seine neue Aufgabe fest die Daumen. Schön, dass es auch solche Trennungen gibt - kein Groll und kein Blick zurück im Zorn. Wahrscheinlich war nach drei Punkten aus 15 Spielen in der Bezirksliga auch eine Trennung überfällig. Die SpVg. Brakel hat dabei das Zünglein an der Waage gespielt, weil Grützner und der SV Brenkhausen/Bosseborn zumindest diese Saison noch durchgezogen hätten.
Bei der SpVg. Brakel haben sie eine gute Wahl getroffen. Das weiß Vereinschef Helmut-Jörg Briel. Der verlorene Sohn hat viel vor. Wenn sie auch nach Durststrecken Ruhe bewahren, können sie ihre Ziele erreichen. Jürgen Drüke

 

Quelle: Westfalen-Blatt

 
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