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Von Jürgen Drüke
Brakel/Erkenschwick (WB). Nur der Sieg zählt. Trainer Jürgen Prüfer schickt seine Schützlinge mit dieser Marschroute ins Kellerduell der Fußball-Westfalenliga. Bei der SpVgg Erkenschwick steht die SpVg. Brakel an diesem Sonntag gewaltig unter Druck. »Wenn die Mannschaft Stresssituationen und großer Anspannung ausgesetzt war, dann hat sie bisher immer die besten Leistungen gezeigt«, stellt der SpVg.-Übungsleiter vor dem bisher wichtigsten Spiel in der Saison 2008/09 fest.
So wurde der Druck in dieser Woche mit jeder Trainingseinheit gesteigert: »Die Spieler haben sich die Tabelle ganz genau angeschaut und wissen, worum es geht.« In der Tabelle sind die Rot-Schwarzen Vorletzter. Ganze fünf Zähler stehen nach neun Spielen auf dem Konto. Die aktuelle Lage der Erkenschwicker ist nicht wesentlich besser: Sechs Zähler haben den Ex-Regionalligisten in der Westfalenliga in den Abstiegsstrudel gerissen.
Bei den Gastgebern steht die prekäre sportliche Lage dabei noch nicht einmal im Vordergrund: Die Zukunft des Traditionsvereins aus dem Ruhrgebiet ist ungewiss, hat hier doch bereits seit vier Monaten der Insolvenzverwalter das Sagen.
Die wirtschaftlichen Probleme des Kontrahenten interessieren an der Nethe allerdings kaum: »Wir dürfen uns von den Erkenschwicker Schwierigkeiten nicht beeindrucken lassen«, hat Jürgen Prüfer seine Akteure unter der Woche auf Kurs gebracht. »Jeder weiß bei uns, was passiert, wenn es wieder nicht reichen sollte«, will sich der Coach mit dem Gedanken einer Niederlage deshalb nicht beschäftigen. Prüfer setzt auf Disziplin und darauf, dass die Chancen den Weg ins Tor finden. Beim 0:2 am vergangenen Wochenende in Erlinghausen offenbarten die Brakeler eklatante Abschlussschwächen. »Wir haben eine gute Leistung gezeigt, wurden aber nicht belohnt«, will Jürgen Prüfer endlich den Ertrag sehen.
Drei Stürmer standen zuletzt in der Brakeler Anfangsformation.
Diesmal lässt sich der Coach alles offen: »Mit zwei oder drei Angreifern, das ist noch nicht entschieden.« Weil aber die vorderste Front des Vorletzten zuletzt kollektiv versagte, erscheint die Variante mit zwei Stürmern wahrscheinlicher. Doch das hängt auch davon ab, ob Youngster Nico Malena mitmischen kann. Der spielt hinten in der Innenverteidigung und zog sich vor einer Woche einen Kapselriss im rechten Zeh zu. Malena gehört zu den Akteuren, die trotz der wenigen Punkte mit positiven Leistungen auf sich aufmerksam machen konnten. Prüfer hat den 19-Jährigen zum Abwehrspieler umfunktioniert. Giovanni Carmisciano, der diese Position inne hatte, agiert dafür im Mittelfeld.
Zudem scheint die Zeit reif für Brakeler Kräfte, die zuletzt auf der Bank saßen: Defensivmann Mark Riechmann und der junge Stürmer Cihat Keles warten auf ihren Einsatz in der Anfangsformation.
Doch der Trainer lässt sich nicht in die Karten schauen: »Auch die Eindrücke in den Trainingseinheiten spielen eine große Rolle.«
Egal, wer auf dem Platz steht: Totaler Einsatz ist gegen die junge Erkenschwicker Mannschaft gefordert.
Die SpVg.-Protagonisten setzen darauf, dass sie diesmal besser treffen. Prüfer hat es eingefordert, deshalb haben sich die Akteure die Tabelle als Motivations-Grundlage ganz genau angeschaut.
Quelle: Westfalen-Blatt |