|
Werner Koch hatte es geahnt. Die Kraft seiner Elf reichte nicht über 90 Minuten gegen den Zweitligisten SC Paderborn. Nach toller erster Halbzeit, in der die Spvg. Brakel nur 1:2 zurücklag, fielen die Tore fast wie am Fließband. Mit 8:1 siegten die Profis aus der Domstadt letztendlich standesgemäß, aber nicht immer überzeugend vor etwa 1000 Zuschauer in Brakel. Von Nervosität war bei der jungen Brakeler Elf von Anfang an kaum etwas zu spüren, obwohl es gegen eine Profimannschaft ging und immerhin gut 1000 Zuschauer im Sportzentrum Pahenwinkel versammelt waren. „Auch mal frech sein“, forderte Trainer Werner Koch im Vorfeld – und das nahmen seine Jungs wörtlich. Die Zweikämpfe wurden sofort angenommen und so manch ein Profi staunte nicht schlecht, als er mehrmals im dichten Brakeler Mittelfeld stecken blieb. Vor allem der so hoch gehandelte Ex-Hannoveraner Daniel Stefulj hatte große Probleme. Dass die Brakeler forsch mitspielten und nicht nur Beton anrührten spürte die SCP-Abwehr bereits nach fünf Minuten. Sascha Zimmermann, Neuzugang von der SG Ottbergen, konnte nur stark elfmeterwürdig von Marc Goufan gestoppt werden, aber der fällige Pfiff vom ansonsten gut leitenden Schiedsrichter Matthias Thamm blieb aus. Es dauerte bis zur neunten Minute ehe Paderborn das erste Mal gefährlich vors Brakeler Tor kam. Der Abschluss von Jevric war aber harmlos. Besser machte es der starke Vujanovic aus zehn Metern (10.), fand aber seinen Meister im starken Keeper Mario Meiwes. Der zweite Brakeler Neuzugang aus Ottbergen, Tobias Foitzek, hatte kurz darauf das ganz dicke Ding auf dem Fuß – völlig frei vor Kruse verzog er aber kläglich. Oliver Brocke war in der 20. Minute nicht so aufgeregt vor dem Brakeler Tor und nagelte den Ball per Abstauber nach Glanzparade Meiwes zum 0:1 unter die Latte. Der Bann schien gebrochen, als nur zwei Minuten später Vujanovic an die Latte lupfte und in der 36. Minute sogar auf 2:0 nach tollem Dribbling erhöhte. Die ansonsten gut stehende Brakeler Innenverteidigung mit Fabian Tewes und Giovanni Carmisciano sah dabei nicht gut aus. Doch die Brakeler spielten locker weiter, wohl wissend, dass es ihrem Trainer nicht aufs Ergebnis ankam. Das wurde belohnt. Einen von Zimmermann herausgeholten Freistoß hämmerte Victor Prib aus gut 25 Metern knallhart ins rechte Eck zum viel umjubelten 1:2 (39.) – der leicht abgefälschte Schuss war unhaltbar. Als nach der Pause dann der Regen einsetzte schien der SC Paderborn erst richtig wach zu werden. Es kamen mehr Ideen ins Spiel und die Tore fielen zwangsläufig – wohl auch weil Trainer Jos Lukuhay nach und nach mehr Spieler seiner Stammelf einwechselte und die Kräfte bei den Brakelern schwanden. Dennoch hatte Brakel die große Chance zum zwischenzeitlichen 2:6 zu verkürzen, aber Victor Prib konnte einen Foulelfmeter (75.) nicht verwandeln – Alexander Schmidt ist vorher gelegt worden. Trotz der 1:8-Niederlage war Werner Koch zufrieden: „Besonders die erste Halbzeit war stark, in der zweiten hat uns dann die Kraft gefehlt. Schade, dass das 1:3 so schnell nach der Pause gefallen ist.“ Spvg Brakel: Meiwes, Groppe, Carmisciano (45. P. Kaiser), Höppner (83. M. Kaiser), Tewes (70. Müller), Reimers (70. Alexander), A. Schmidt, Zimmermann (74. Keller), Prib, W. Schmidt, Foitzek (34. Özdemir). SC Paderborn: Kruse, Latinovic, Stefulj (45. Maaß), Dragusha (45. Ndjeng), Schüßler, G.a Goufan, Brocke, Jevric, Riemer, Vujanovic, Mordeku. Tore: 0:1 (20.) Brocke, 0:2 (36.) Vujanovic, 1:2 (39.) Prib, 1:3 (46.) Vujanovic, 1:4 (60.) Schüßler, 1:5 (62.) Vujanovic, 1:6 (65.) Mordeku, 1:7 (79.) Müller, 1:8 (89.) Maaß. Quelle: Neue Westfälische
|