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 Werner Koch Delbrück (WV). Sieben Punkte aus acht Spielen waren dem Vorstand des Delbrücker SC zu wenig. Gestern Abend trennte sich der Fußball-Oberligist von Coach Werner Koch. Der DSC-Vorsitzende Burghard Plümer sowie Geschäftsführer Dirk Brökelmann und Vorstandsmitglied Wilfried Fecke hatten sich im Delbrücker Sportheim eingefunden, um Koch von dieser bitteren Entscheidung in Kenntnis zu setzen. »Eine solche Entwicklung war aus meiner Sicht nicht absehbar. Ich bin völlig überrascht«, sagte der entlassene Trainer, ehe er sich von seinem Team verabschiedete. Heute in einer Woche wird Koch 44 Jahre alt. Noch am Freitag hatte der Erbe von Erfolgscoach Roger Schmidt erklärt, dass von etwaigen Unruhen ob des holprigen Saisonstarts nichts zu spüren sei. »Warum auch?
Wir liegen doch nur drei Punkte hinter Rang elf zurück. Und nur dieser elfte Platz kann unser Ziel sein. Alles andere ist völlig unrealistische«, sagte Koch vor der 0:1-Niederlage in Erkenschwick, die aus drei Punkten vier Punkte Rückstand werden ließ.
Dramatischer als diese Differenz kamen derweil die Delbrücker Auftritte im AM-Stadion daher. Drei von vier Heimspielen verlor der DSC und lieferte vor allem beim 0:2 gegen die SpVg. Hamm ein Zeugnis ab, das Club-Chef Burghard Plümer zum Handeln veranlasste: »Nach dem Spiel hatten wir den Eindruck, dass Werner Koch die Köpfe der Spieler nicht mehr erreicht. Hamm war der negative Höhepunkt. Aber auch das Verhalten unserer Zuschauer war bezeichnend. Da hat keiner mehr geschimpft, sondern da war schon Mitleid zu spüren.«
Einen Nachfolger hatte Plümer gestern noch nicht parat: »Ich hoffe, dass wir den Neuen nächste Woche präsentieren können.«
Koch hatte keinen Kredit
Zugegeben, diese Oberligaserie ist eine besondere. Wer nicht mindestens Platz elf belegt, stürzt gleich von der vierten in die sechste Liga ab. Nicht neu ist dagegen die Tatsache, dass auch diese Saison 34 Spieltage beinhaltet. Da man in einer Partie drei Punkte holen kann, lässt sich leicht errechnen, dass der Delbrücker Vierpunkte-Rückstand auf Rang elf nach nur acht Spieltagen noch nicht als dramatisch bezeichnet werden muss. Schließlich sind noch 78 Zähler zu vergeben.
Für Werner Koch ist diese besondere Saison nun schon nach 720 Minuten vorbei, weil er sieben Punkte holte, drei von vier Heimspielen verlor, aber vor allem auch, weil er nicht die Lobby, nicht den Kredit seines Vorgängers hatte. Roger Schmidt wäre in einer solchen Situation keinesfalls entlassen worden. Für Koch ist das bitter, für den DSC bleibt zu hoffen, dass die Entscheidung sich rückblickend als die richtige herausstellt. Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Führung bereits einen Nachfolger in der Hinterhand hat, denn eine lange Trainersuche kann sich der Verein in dieser Saison nicht leisten.
Quelle: Westfalen-Blatt
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